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Die letzten Tage auf dem PCT

Von Bridgeport bis nach South Lake Tahoe

Tag 148
Meile 1010-1017, Bridgeport 
Weiter gehts über Wipfel und entlang hoher Bergspitzen. Die Aussicht ist wunderbar und wenn man sich erst einmal bewegt, ist es auch gar nicht mehr so kalt. Am Sonora Pass müssen wir nicht lange auf jemanden warten, der uns bis nach Bridgeport mitnimmt. Erster Halt dort ist der Imbiss Jolly Kone, wo es alles gibt, was das Hikerherz begehrt. Am Nachmittag ziehen wir dann los zu den zwei Meilen entfernten Hot Springs. Mit Wein und Chips im Gepäck halten wir es dort einige Stunden aus und treffen dabei auf eine Menge cooler Leute aus aller Welt. Nach Sonnenuntergang schaffen wir es endlich, zurück Richtung Stadt zu wanken. Dort löse ich endlich den Gutschein meiner allerliebsten Freunde Tanja, Till, Sophie und Johanna ein; eine Nacht im Hotel entlang des Trails (bestes Geschenk ever)! 

Tag 149
Bridgeport, Meile 1017-1024
Am Morgen lassen wir es langsam angehen. Wir ordnen unsere Sachen, waschen Socken und Shirt per Hand und gehen dann beim Burger Barn leckere Burritos und Pommes essen (oh Mann, es wird hart nach fünf Monaten kalorienreicher Kost wieder normal essen zu müssen). Dann geht es zum Supermarkt, der leider nur eine spärliche und überteuerte Auswahl bietet (Nutella und Wraps für die nächsten vier Tage yummy). Erich und ich werden von einem sehr netten Paar zurück zum Sonora Pass gebracht und wandern noch sieben Meilen, bevor wir unsere Zelte aufschlagen und ein Feuer machen. Da wir nicht wissen, ob die anderen beiden auch jemanden gefunden haben, der sie zum Trail zurück fährt, lassen wir es heute lieber ruhig angehen.

Tag 150
Meile 1024-1041
Auf und ab geht es über langgezogene Bergketten mit einem Haufen Kühen, die auch gerne mal einfach den Weg versperren. Da wir immer noch auf die anderen zwei warten, trödel ich vor mich hin und lege sogar eine dreistündige Lesepause am Mittag ein (wäre am Anfang des Trips aus Motivationsgründen niemals möglich gewesen). Als Erich und ich dann unsere Zelte aufschlagen und Abendessen kochen, treffen auch die anderen bei uns ein und wir hocken uns bei Quesadillas (Tortillas und geschmolzener Käse) ums Lagerfeuer. 

Tag 151
Meile 1041-1061
Heute feiere ich mein Fünfmonatiges auf dem Trail. Lustigerweise treffe ich im Laufe des Tages auf Laura aus Kanada, mit der ich am 18. April gemeinsam gestartet bin. Die Landschaft ist atemberaubend schön heute und so langsam merkt man, dass wir die High Sierras hinter uns gelassen haben. Die Berge werden flacher und kleiner, wodurch wir den ganzen Tag über auf und ab wandern. Am Nachmittag fängt es dann kräftig an zu stürmen und als wir unseren Zeltplatz erreichen muss ich aufpassen, dass mir nichts wegweht. Aufgrund des Sturms verkriechen wir uns alle sofort in unsere Zelte und stellen uns schon einmal auf eine unruhige Nacht ein.

Tag 152
Meile 1061-1081
Der Wind hat nicht abgelassen und wir kämpfen uns langsam vorwärts. Ein Hügel erwischt mich besonders und ich werde fast vom Berghang geweht. Als wir an einem Parkplatz vorbeikommen, werden uns Bier und Chips von ein paar Vorbeireisenden angeboten (wie kann man da nein sagen). Die letzten fünf Meilen legen wir dann alle gemeinsam zurück und schlagen unsere Zelte am Showers Lake auf. Leider ist es mittlerweile nicht nur windig, sondern auch richtig kalt geworden und so müssen wir uns leider damit abfinden, dass wir unsere letzte Nacht auf dem Trail statt gemeinsam am Lagerfeuer zitternd in unseren Zelten verbringen.

Tag 153
Meile 1081-1090, South Lake Tahoe 
Die letzten Meilen auf dem Trail brechen an, ich kann es noch gar nicht glauben. Wir brechen noch vor dem Sonnenaufgang auf, denn es wird ein heftiger Sturm um die Mittagszeit erwartet. Während der ersten Meilen bricht die Sonne durch die Wolken und belohnt mich noch einmal mit einem spektakulären Farbspiel. Und dann sind die Meilen auch schon rum und ehe ich mich versehe schießen wir ein Abschiedsfoto und lassen uns von einem Trail Angel nach South Lake Tahoe bringen. Es fühlt sich richtig komisch an, in eine Stadt zu kommen und nicht den Druck zu fühlen, Sachen wie Wäsche oder Resupply regeln zu müssen. Erstmal geht es daher zur Basecamp Pizzeria, wo es Pizza aufs Haus für PCT-Hiker gibt. Wir checken ins Mellow Yellow Hostel ein und unterziehen uns einer größeren Reinigungsaktion. Am Abend geht es in den Bayerischen Bierkeller, wo wir überraschenderweise das Pub Quiz für uns entscheiden und mit Bier aus Litergläsern belohnt werden. Wenn das mal nicht der perfekte Abschied des besten Trips meines Lebens ist! 


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Kommentare: 1
  • #1

    klaus (Freitag, 04 Mai 2018 11:04)

    Hallo sasquatdch ? Oder so
    Vielen dank für den tollen Blog
    Echt beeindruckend wa du geschafft hast!
    Vielleicht schaff ich das nächstes Jahr auch.