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Der Weg in die Sierras

Über Kennedy Meadows in die Berge

Tag 45
Meile 650-662
Nach einer erholsamen Nacht in Ridgecrest und einem ausgedehnten Lunch beim Mexikaner geht es in Gruppenformation mit dem Bus zurück zum Trail. Die geplanten 12 Meilen sind schnell geschafft. Die Anspannung steigt: Noch zwei Tage bis Kennedy Meadows, in vier Tagen sind wir bereits in den Sierras.
Tag 46
Meile 662-683
Ein verlängertes Frühstück an der Wasserquelle eine Meile vom Campingspot entfernt sorgt für Motivation. Die nächsten 11 Meilen geht es auf und ab - wohl ein gutes Training für die Berge. Die Mittagspause verbringen wir auf einem Gipfel in der Sonne (wo wir Mädels versuchen unsere weißen Bäuche etwas zu bräunen). Nachmittags geht es weitere 10 Meilen bergab. Wir campen zu zehnt in einem kleinen Waldstück. Der Abend klingt bei einem Lagerfeuer und einer Runde Kartenspiel aus.
Tag 47
Meile 683-702
Das heutige Ziel ist wohl der bekannteste Ort auf dem PCT: Kennedy Meadows. Hier besteht die letzte Möglichkeit, Vörräte aufzustocken und eine Pause einzulegen. Gleichzeitig rüsten die meisten Hiker hier für die Berge auf: Eisaxt, Microspikes und Schnee-Gaiters sowie der obligatorische Bärenkanister müssen ab jetzt im Rucksack Platz finden (gar nicht so einfach). Die Landschaft ist atemberaubend, am besten gefallen mir die Meilen entlang des Flusses. Der stinkt zwar etwas, aber wir sind ja hart im Nehmen und so lassen wir uns ein kleines Bad nicht nehmen. Gegen Abend erreichen wir den General Store von Kennedy Meadows. Mit ein paar Bier im Gepäck geht es zum Trail Angel Tom, auf dessen Grundstück ein Freiluftkino auf uns wartet. Gecampt wird eine Meile vor der Stadt. 
Tag 48
Kennedy Meadows 
Der Morgen beginnt mit 4 großen Blaubeerpfannkuchen sowie M&Ms und Gummibärchen, die die wunderbare Anna mir aus Seal Beach hat zukommen lassen (gemeinsam mit meinem riesigen Bärenkanister). Zudem gibt es endlich endlich endlich neue Schuhe (Altra Peak 3.0 Mid High), die Eisaxt, Schnee-Gaiters, Mütze und Handschuhe. Nach einer Siesta im Schatten und Small Talk mit altbekannten Gesichtern brechen wir auf Richtung Campingplatz (2 Meilen entfernt). Dort erwartet uns anlässlich Kelseys Geburtstag ein Überraschungsmoment-BBQ. 
Tag 49
Kennedy Meadows Campground
Der beste Zero-Day so far - auch wenn wir Gabs und Avo verabschieden müssen, die aus familiären Gründen den Trail verlassen müssen. Der Campground liegt neben einem großen Fluss, ich schlafe auf der Sandbank und schaffe es tatsächlich mal, länger als bis 7 zu ratzen. Den Tag verbringen Mackenzie, Sparkle, Bandit und ich mit extremen Sonnenbaden und Flussdippings. Am Abend wird ein Feuer angezündet und ich freue mich besonders, dass Kevin und Hannah zu uns aufschliessen.
Tag 50
Meile 704-717
Erst spät schaffen wir es aufzubrechen. Der Anfang ist nach zwei Tagen ohne wandern fällt nie leicht - aber besonders nicht, wenn es gleich zu Beginn 2000 Fuß bergauf geht. Doch der Anstieg lohnt: Auf einmal liegen die schneebedeckten Berge vor uns. Ein krasses Gefühl ist das, nach über 1000 km durch die Wüste Südkaliforniens endlich die Sierras zu erreichen. Zur Feier des Tages finden wir dazu noch einen wunderbaren Campspot bei Monache Meadows, der an ein Amphietheater erinnert und direkt neben einem Fluss liegt. In gemütlicher Lagerfeueratmosphäre klingt der Tag aus.
Tag 51
Meile 717-735
Heute geht es noch einmal richtig steil bergauf. Nach zwei Stunden erreichen wir die ersten Schneeflächen. Das Skurrile: Es ist immer noch super heiß mit Temperaturen um die 30 Grad. Ich tue mich relativ schwer mit dem Anstieg, das Asthma macht sich bemerkbar. Hoffentlich wird das in den Bergen mit der kühlen Luft ein wenig einfacher. Die Nacht verbleiben wir am Hang, von dem aus wir eine top Aussicht auf den Sonnenuntergang haben. Da die Temperaturen stimmen cowboycampe ich (ohne Zelt).
Tag 52
Meile 735-745
Um 5 Uhr geht es los. Die ersten 10 Meilen auf dem Trail schaffen wir vor 10 Uhr, ab da geht es Off Trail ins Tal. Leider finden wir keinen Hitch und so müssen wir uns ein Privattaxi bis nach Lone Pine organisieren. Die Stadt ist wunderschön gelegen inmitten schneebedeckter Berge und mit Aussicht auf Mount Whitney, den höchsten Berg der Staaten (mit Ausnahme von Alaska). In einigen Tagen wird es wohl dort hinauf gehen, jedenfalls sofern der Schnee dies zulässt. Jetzt wird aber erstmal geduscht und Wäsche gewaschen ... 
 

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